Wettbewerb

Ein Wettkampf, auch Wettbewerb (österreichisch: Bewerb) oder Wettstreit, ist ein Kampf um beste Leistungen, etwa um sportliche, dichterische, künstlerische, musische, handwerkliche oder andere kulturelle Leistungen. Latente Wettbewerbssituationen gibt es in vielen Situationen. Wettkämpfe im Sport treten medial besonders stark ins öffentliche Bewusstsein. Im kulturellen Bereich wird eher von Wettbewerben gesprochen. Hier gibt es ein regelrechtes Wettbewerbswesen. Herman Nohl meint, dass Wetteifer eine pädagogische Kategorie ist, die sich bei Kindern und Jugendlichen von frühester Jugend an manifestiert.

Das Prinzip ‘Sieg oder Niederlage’

Während bis in die 1968er Jahre dem Wettkampfsport eine erzieherische Bedeutung zugeschrieben wurde, der Sportwissenschaftskongress von 1961 in Göttingen z. B. unter dem Leitbegriff Wetteifer positiv thematisiert wurde, hat sich dies in der Folge verändert. Nach Klaus Cachay geht es im Wettkampfsport (immer) um das Prinzip Sieg oder Niederlage. Bereits der Zweite ist ein Verlierer. Er lehnt daher den Wettkampfsport aus pädagogischen Gründen ab, da auf diese Weise im Sport die Mehrheit der Sportler negative Erfahrungen mache. Dem widersprach Arnd Krüger, indem er auf die vielfältigen Möglichkeiten verwies, wie man Training und Wettkampf so gestalten könne, dass sie für jeden eine pädagogisch positive Wirkung im Sinne Herman Nohls entfalten könnten.

Pädagogik des Wettkampfes

In seiner Göttinger Dissertation hat Kyong-Won Kim zwischen drei Arten von pädagogischer Verstärkung durch Lob bzw. Tadel unterschieden.

(1) Lob für Sieg, Tadel für Niederlage.

(2) Lob für Anstrengung, Tadel für zu wenig Anstrengung.

(3) Mastery, Lob, für Entwicklungsfortschritt, Tadel für Stillstand.

Die ersten beiden Varianten seien der sicherste Weg einen Drop-Out zu bekommen. Wenn der Leistungsvorsprung durch Akzeleration (Biologie) aufgezehrt sei, würden so die Sieger von heute die Verlierer von morgen, die dann auf eine solche Entwicklung nicht vorbereitet seien. Das Loben von Anstrengung sei ebenfalls wenig hilfreich, da es ja nicht auf die Anstrengung ankäme, sondern auf Leistungsfortschritt, der durchaus auch leicht fallen könne. Der Vergleich mit sich selbst, Mastery, sei langfristig das Entscheidende. So habe z. B. Steffi Graf auch nach ihren größten Siegen sich nicht über ihre Konkurrentinnen gestellt (Sieg/Niederlage), sondern immer darauf verwiesen, dass sie heute ihr „bestes Tennis“ gespielt habe (mastery).

Quelle: Auszug Wikipedia